Einführung der Doppik bei der Stadt Fürstenwalde

Betreff
Einführung der Doppik bei der Stadt Fürstenwalde
Vorlage
4/312
Aktenzeichen
he-ma
Art
Beratungsdrucksache öffentlich

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung beschießt die Einführung der Doppik in der Stadt Fürstenwalde zum 1.1.2007.

Sachverhalt:

Bereits mit der DS Nr. 4/95 hat sich die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fürstenwalde im Zusammenhang mit der Bewerbung als Pilotkommune für die Einführung der Doppik in der Kommunalverwaltung mit der Thematik befasst. Obwohl die Stadt Fürstenwalde keinen Zuschlag erhalten hat, lässt sich der Wechsel des Rechnungswesens in der öffentlichen Verwaltung nicht mehr aufhalten. Nach dem die Innenministerkonferenz der Bundesländer die Einführung der Doppik beschlossen hat, soll der Umstrukturierungsprozess in den einzelnen Ländern bis spätestens 2010 abgeschlossen sein. Das Land Brandenburg hat für seine Gebietskörperschaften den Zeitpunkt der Umstellung auf den 1.1.2008 terminiert.

Die Verwaltung der Stadt Fürstenwalde möchte die Doppik bereits zum 1.1.2007 einführen. Sie will den unabänderlichen Umstellungsprozess aktiv begleiten und sich frühzeitig in die anstehenden Diskussionen und Problemlösungen einbringen. Bereits jetzt wirken einzelne MitarbeiterInnen in den Fachgremien des Landes bzw. des Städte- und Gemeindebundes mit. Die Stadt Fürstenwalde kann bei der Umstellung auf gute Vorarbeiten aus den Vorjahren zurückgreifen. Seit Jahren wird der Anlagenachweis gepflegt, der eine große Hilfe für die Erstellung der Eröffnungsbilanz ist. Durch die Gründung verschiedener Eigenbetriebe sind einzelne MitarbeiterInnen bereits mit der doppelten Buchführung vertraut - Produktbeschreibung und Kostenrechnung sind ebenfalls nicht fremd in der Verwaltung. Unabhängig von den Vorkenntnissen bedarf die Einführung der Doppik einer umfassenden Vorbereitung in Bezug auf Schulung der MitarbeiterInnen, Einsatz neuer Software, Umgestaltung des Haushaltsplanes, Aufstellung der Eröffnungsbilanz usw. Um eine aussagefähige Eröffnungsbilanz zum 1.1.2007 zu erhalten, ist die Verwaltung bereits dabei, eine Eröffnungsbilanz zum 1.1.2006 zu erstellen. Die hierbei auftretenden Probleme sollen im Laufe des Jahres 2006 gelöst werden, um das Ziel 2007 tatsächlich zu erreichen.

In der Diskussion stand lange die Frage, ob ein „weicher“ Umstieg oder ein „harter“ Umstieg in die Doppik gewählt werden soll. Bei einem „weichen“ Umstieg würde die Doppik ein Jahr parallel zur Kameralistik geführt. Der „harte“ Umstieg gewährleistet die Umstellung von Kameralistik auf Doppik zu einem bestimmten Stichtag. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Letztendlich favorisiert die Verwaltung den „harten“ Umstieg in die Doppik zum 1.1.2007. Der „harte“ Umstieg entlastet die Verwaltung nicht nur durch einen einmaligen Buchungsaufwand, sondern auch in Bezug auf die Anschaffung der Software und der entsprechenden Schulung. Die Einsparungen liegen bei über 50.000 Euro.

Mit der Einführung der Doppik werden sich Bürger, Abgeordnete und Verwaltung auf ein geändertes Planungs- und Abrechnungssystem einstellen müssen. Aus Haushaltsstellen werden Konten und aus Jahresabschlüssen werden Bilanzen. Zukünftig wird die Planung und Abrechnung über Budgets und Kostenstellen, denen jeweils entsprechende Produkte zugeordnet werden, gesteuert. Damit dieser Übergang erfolgreich durchgeführt werden kann, bedarf es der Zustimmung und inneren Bereitschaft aller Akteure.

In Vertretung

Hengst

Erster Beigeordneter