Grundsatzbeschluss Sanierung Fassade Sigmund-Jähn-Grundschule

Betreff
Grundsatzbeschluss Sanierung Fassade Sigmund-Jähn-Grundschule
Vorlage
6/119
Art
Beratungsdrucksache öffentlich

Beschlussvorschlag:

 

Die Durchführung des Bauvorhabens „ Sanierung der Fassade Sigmund-Jähn-Grundschule“ in der Wladislaw-Wolkow-Straße 36 und die Beauftragung der Planungsleistung bis zur LPH 4 nach HOAI wird beschlossen.

 

Sachverhalt:

Notwendigkeit der Maßnahme und bisherige Planung

 

Die Sigmund-Jähn-Grundschule in Fürstenwalde wurde 1979 als Schultyp „Erfurt TS 66“ errichtet. Nach der Wende wurden an der Schule umfassende Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Im Jahr 1994 wurden die Fassadenflächen mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) versehen. Nachdem sich an den Fassadenflächen über die Jahre keine Schäden gezeigt haben, traten ab Mitte 2005 starke Fassadenschäden in Form von punktuellen Beschädigungen (Vandalismus), Löcher, Putzablösungen, Betonabplatzungen usw. auf.

 

Aufgrund der vorhandenen Schadensbilder können weitergehende Schädigungen in Form von Durchfeuchtungen des Wärmedämmverbundsystems (WDVS) nicht ausgeschlossen werden. Daraus resultierende Folgeschäden für das Gebäude sind unausweichlich.

 

Um eine Grundlage für die Sanierungsmöglichkeiten zu erhalten, wurde am 08.02.2013 ein Sachverständigengutachten an das Ingenieurbüro für Bauphysik Dr.-Ing. Manfred Flohrer  in Auftrag gegeben mit folgenden Zielen:

 

  1. Örtliche Untersuchung und Dokumentation der Schäden des WDVS.
  2. Feststellung der Schadensursachen einschließlich Entnahme von Proben.
  3. Erstellung eines Schadensbildes.
  4. Untersuchung und Beurteilung der entnommenen Proben.
  5. Vorschläge zur Fassadensanierung.
  6. Überschlägliche Kostenschätzung der Sanierungskosten.

 

 

Ergebnisse des Sachverständigengutachtes vom 11.06.2013

 

Zusammenfassend weist die Fassade ein einheitliches Schadensbild auf, dass sich so darstellt:

 

  1. punktuelle Fehlstellen in Form von Löchern und Abplatzungen im Putz und in der Wärmedämmung.
  2. Feuchtigkeitsschäden, die sich in Form von Verfärbungen bzw. Vermoosungen darstellen.
  3. Die Schäden konzentrieren sich im unteren Bereich des Schulgebäudes.
  4. Stahlbetonfertigteile, die nicht vom Wärmedämmverbundsystem überdeckt sind, weisen Betonabplatzungen und Rissbildungen auf. Zum Teil liegt die Bewehrung frei und weist keinerlei Korrosionsschutz auf.
  5. Ablaufspuren von Tagwasser  sind vorhanden.

 

Schadensursachen

 

Bei den Schadstellen, die teilweise lokal und auch flächig vorhanden sind, kommen mehrere Ursachen zum Tragen:

 

  1. mechanische Beschädigungen (große Steine, Bälle und sonstige Wurfgeschosse) von außen schufen die Möglichkeit für das Auftreten weiterer Schäden (Nistplätze, Specht etc.)
  2. mangelhafte Ausführung von Putzschichten des Wärmedämmverbundsystems in Form einer nicht fachgerechten bzw. mangelhaften Ausführung der Gewebebahn
  3. zu geringe Betondeckung an den Stahlbetonfertigteilen

 

Die mangelhafte Ausführung des Wärmedämmverbundsystems ist letztlich nicht die auslösende Ursache  für die Putzbeschädigungen, hat aber dazu geführt, dass an den durch mechanische Einwirkungen entstandenen punktuellen Schadstellen das Schadensausmaß u.U. erheblich vergrößert wurde.

 

Vorschläge zur Fassadensanierung

 

Im vorliegenden Sachverständigengutachten schlägt der Verfasser vor, die Fassade mittels Faserzementplatten zu verkleiden. Bevor diese Ausführungsvariante zur Ausführung kommt, sind an den diversen Schadstellen umfangreiche Sanierungsmaßnahme erforderlich. Im Einzelnen sind diese Stellen

 

  1.  von innenliegenden Fremdkörpern  (Steine oder ähnliches) zu befreien,
  2. sauber begrenzt ringsum um die Schadstellen einzuschneiden und herauszutrennen,
  3. durch ein exakt zugeschnittenes Wärmedämmstoffstück zu ergänzen,
  4. mit Wärmedämmung und einer neuen Putzschicht zu verschließen.
  5. von Losen Putzflächen großflächig zu entfernen und zu erneuern,
  6. Moos- und Algenfrei zu halten und mit einem Schutzanstrich zu versehen.

 

Bei der Verkleidung mittels Faserzementplatten ist für die dafür notwendige Wandhalterung ein statischer Nachweis erforderlich. Bei dem vorhandenen Sandwichaufbau der im Bestand vorhandenen Außenwände ist besonders zu prüfen, ob es statisch möglich ist, die Wandhalter an der Vorsatzschale der Sandwichkonstruktion zu befestigen ober ob die Befestigungsmittel bis zur tragenden Außenwandschale durchgebohrt werden müssen.

 

Eine weitere Ausführungsvariante ist der Abbruch und die Entsorgung des vorhandenen Wärmedämmverbundsystems und das Anbringen eines neuen Wärmedämmverbundsystems mit einer höchst stoß- und schlagfesten Oberfläche nach neuester Energieeinsparverordnung (EnEV).

 

Finanzierung

 

Die geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 1,09 Mill € sind im Haushaltsplan 2015-2018 unter der Maßnahmen Nr. 4 66 ST00 01 001 und dem Kostenträger 511 30 20 eingestellt. Für die Sanierung werden Mittel  des Förderprogramms „Soziale Stadt“ verwendet, die in Jahresscheiben zur Verfügung stehen. Für das Haushaltsjahr 2015 stehen hierfür 330.000€ bereit. Der kommunale Anteil beträgt 46,67%.

 

Im Auftrag

Christfried Tschepe

komm. Fachbereichsleiter Stadtentwicklung

 

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