Umbenennung eines zweiten Straßenzuges im Gebiet "Ausbau-Ost"

Betreff
Umbenennung eines zweiten Straßenzuges im Gebiet "Ausbau-Ost"
Vorlage
6/100/1
Aktenzeichen
4.61/mh
Art
Beratungsdrucksache öffentlich
Referenzvorlage

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, den Straßenzug zwischen den Gleisanlagen der ehemaligen Oderbruchbahn und dem Morgenländerweg im Gebiet „Ausbau-Ost“ in Tonpfeifenweg umzubenennen.

Sachverhalt:

Der rund 250 m lange Straßenzug im Gebiet „Ausbau-Ost“ zwischen den Gleisanlagen der ehemaligen Oderbruchbahn und dem Morgenländerweg soll – als zweiter Abschnitt nach dem Morgenländerweg – umbenannt werden (Anlage 1).

Den Eigentümern der Grundstücke in Ausbau-Ost wurde die Maßnahme mit Schreiben vom 06.06.2014 bzw. 17.06.2014 angekündigt und das weitere Vorgehen erläutert. Dem Schreiben wurde eine Übersicht mit Vorschlägen für die neuen Straßennamen beigefügt. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Museum erarbeitet. Die Vorschläge orientieren sich dabei an den überlieferten geografischen und historischen Besonderheiten des Gebiets. 

Bezüglich der Vergabe der Namen wurden die Eigentümer auch gebeten, ggf. eigene Vorschläge und Anregungen für die neuen Straßennamen einzubringen. 

Die eingegangen Vorschläge und Hinweise der Anwohner und sonstigen Beteiligten wurden aufgegriffen und abgewogen. Der ursprünglich für den in der Anlage gekennzeichneten Weg vorgesehene Name „An der Kleinbahn“ wird jetzt für den Parallelweg der Gleisanlagen der ehemaligen Oderbruchbahn vorgesehen. Als neuer Name für den Weg wurde die Bezeichnung „Elsbruchweg“ vorgeschlagen.

Aufgrund dieser Änderung wurden die betroffenen Grundstückseigentümer mit Schreiben vom 22.12.2014 erneut angehört. Es wurden 17 Eigentümer angeschrieben. 4 Eigentümer gaben ihre Stellungnahme ab: 1 Eigentümer stimmte dem Namen Elsbruchweg zu. 3 Eigentümer schlugen den Namen „An der Kleinbahn“ vor.

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 17.03.2015 wurde der Namensvorschlag „Elsbruchweg“ von den Stadtverordneten beraten und infolge eines Einwands eines anwesenden Bürgers nicht zur Abstimmung gebracht. Die Verwaltung wurde stattdessen beauftragt, eine weitere Befragung der Anwohner durchzuführen und Ihnen somit erneut die Möglichkeit zu geben, einen anderen Namensvorschlag abzugeben. Die Verwaltung wurde beauftragt eine weitere Anhörung der Anwohner durchzuführen.

Mit Schreiben vom 20.03.2015 wurden 23 Eigentümer angeschrieben, 1 Brief war nicht zustellbar. 3 Eigentümer stimmten dem Vorschlag Elsbruchweg zu. 2 Eigentümer waren dagegen, mit folgenden Alternativvorschlägen: 1. Zur Bahn, 2. Zum Gleis, 3. Am Bahndamm, 4. An der Kleinbahn.

Nach einer weiteren Diskussion zu dieser Thematik im Stadtentwicklungsausschuss am 05.05.2015 wurde die Verwaltung beauftragt, eine erneute Anhörung mit Namensvorschlägen durchzuführen.

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 26.05.2015 war der o.g. Bürger erneut anwesend und berichtete von seiner Befragung der Anwohner des betroffenen Weges. Demnach wünscht eine große Mehrheit der Anwohner „Zum Gleis“.

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses würden dem neuen Namensvorschlag folgen, haben die Verwaltung jedoch damit beauftragt, die Anwohner mit diesem neuen Namensvorschlag erneut anzuhören.

Mit Schreiben vom 29.05.2015 wurden 23 Eigentümer zum Namensvorschlag Zum Gleis angeschrieben. 2 Briefe waren nicht zustellbar. 2 Anwohner antworteten und schrieben: „Wir verstehen nicht, was so schwierig an einer Namensgebung ist. Wir waren mit ‚Elsbruchweg’ einverstanden. Das fanden wir gut, passt hierher. Warum wird das nicht genehmigt nur auf Grund eines Einwandes. Die meisten waren doch damit einverstanden. (…) Den Namen zum ‚Zum Gleis’ finden wir nicht schön, erinnert eher an eine Kneipe oder Gaststätte. Wir jedenfalls sind dagegen.“

Vor dem Hintergrund, dass ein Bürger sich entschieden gegen „Elsbruchweg“ ausgesprochen hat und zwei Bürger sich entschieden gegen „Zum Gleis“ ausgesprochen haben und beide Seiten für sich in Anspruch nehmen, die Mehrheit auf ihrer Seite zu haben, soll auf beide strittigen Namensvorschläge verzichtet werden.

Stattdessen wird der Name „Tonpfeifenweg“ vorgeschlagen. Er verweist auf die Funde, die der Mitarbeiter des Museums Fürstenwalde/Spree, Herr Christian Köckeritz, auf einem Feld in Ausbau Ost gemacht hat (Anlage 2). Dieses diente offensichtlich über Jahrhunderte zur Verbringung der Feststoffe aus den Fürstenwalder Fäkalgruben. Anhand der gefundenen Tonscherben konnte jetzt erstmals nachgewiesen werden, dass sich in Fürstenwalde eine von wenigen brandenburgischen Tonpfeifenbäckereien befand. Der Leiter des Museums, Herr Guido Strohfeldt, spricht von einem sensationellen Fund, mit dem ein wichtiges Kapitel der Fürstenwalder Handwerksgeschichte belegt werden kann. Somit kann das Ziel, bei den Straßenumbenennungen in Ausbau Ost auf die Geschichte der Region Bezug zu nehmen, mit dem Namen „Tonpfeifenweg“ in idealer Weise umgesetzt werden.

Christfried Tschepe

Kommissarischer Fachbereichsleiter Stadtentwicklung

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Anlagen:

  1. Lageplan Tonpfeifenweg
  2. Bericht des Museums Fürstenwalde/Spree