Stadt Fürstenwalde/Spree im Regional- und grenzüberschreitenden Fernverkehr zwischen Berlin und Polen besser berücksichtigen - zusätzliche Verkehrsleistungen zum RE 1 zwischen Fürstenwalde/Spree und Berlin Stadtbahn einfordern

Betreff
Stadt Fürstenwalde/Spree im Regional- und grenzüberschreitenden Fernverkehr zwischen Berlin und Polen besser berücksichtigen - zusätzliche Verkehrsleistungen zum RE 1 zwischen Fürstenwalde/Spree und Berlin Stadtbahn einfordern
Vorlage
6/AN/423
Art
Antrag öffentlich

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

  1. Der Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde/Spree wird beauftragt, gegenüber allen zuständigen Stellen der Landesregierung Brandenburg, der Landesplanung Berlin-Brandenburg, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg usw. eine bessere Berücksichtigung der Stadt Fürstenwalde/Spree im Regional- und grenzüberschreitenden Fernverkehr zwischen Berlin und Polen im Nahverkehrsplan ab 2018 durch die Bestellung zusätzlicher Verkehrsleistungen zum RE 1 zwischen Fürstenwalde/Spree und Berlin Stadtbahn einzufordern.

 

  1. Der Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde/Spree erstattet fortlaufend gegenüber der Stadtverordnetenversammlung Bericht zu den Ergebnissen der Verhandlungen über den Nahverkehrsplan 2018, soweit die Stadt Fürstenwalde/Spree betroffen und einbezogen ist.

Sachverhalt:

Die Linie RE 1 Magdeburg – Cottbus ist hoch ausgelastet. Die Bedingungen für Berufspendler und überhaupt für Bahnreisende aus Fürstenwalde/Spree sind dadurch auf der Strecke des RE 1 durch überfüllte Züge und einem nur in der Regel halbstündigen Takt bei ständig steigenden Fahrpreisen unzumutbar geworden. In Berufsverkehrszeiten kommt der RE 1 aus Frankfurt (Oder) bereits übervoll mit Berufspendlern aus Polen im Bahnhof Fürstenwalde/Spree an. Spätestens ab Erkner sind alle Gänge des RE 1 durch stehende Fahrgäste verstopft.

 

Es fehlt an Verkehrsleistungen, die entweder ein zum RE 1 zusätzliches Angebot eines Regionalbahnverkehrs Fürstenwalde/Spree – Berlin Stadtbahn darstellen bzw. an einer Entlastung des Fernverkehrs mit Polen.

 

Derzeit abgeschlossene sog. „Korridoruntersuchungen“ des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg sollen eine aktuelle Bestandsaufnahme des Schienennetzes und dessen Auslastung bringen. Presseveröffentlichungen über die Ergebnisse der Untersuchungen belegen, dass die stärker frequentierte Linie des RE 1 als Problemschwerpunkt gesehen wird. Allerdings kann der Vorschlag lediglich um weitere Personenwagen verlängerte Züge (derzeit fünf Personenwagen pro Zug) und der dafür notwendige Verlängerungsausbau bestehender Bahnsteige für 30 Mio€ aus Sicht der Stadt Fürstenwalde/Spree als nicht ausreichend angesehen werden. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen wird der Nahverkehrsplan ab 2018 aufgestellt.

 

Die Stadt Fürstenwalde/Spree muss diese Untersuchungsergebnisse nutzen und sich in die Diskussion um die Fortentwicklung des Nahverkehrsplanes ab 2018 mit dem Gewicht eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung einbringen, um sich für eine Verbesserung der verkehrlichen Anbindung der Stadt Fürstenwalde/Spree durch Verdichtung des Schienenverkehrsangebotes einzusetzen und nachdrücklich den eigenen Bedarf anzumelden.

 

Aufgrund zusätzlicher Regionalisierungsmittel für das Land Brandenburg ist eine Verdichtung des Schienenverkehrsangebotes im Sinne der Antragstellung durch Einforderung zusätzlicher Verkehrsleistungen unter Aufwertung der Stadt Fürstenwalde/Spree ab 2018 ausfinanzierbar.

 

Diese politische Forderung der Stadt Fürstenwalde/Spree sollte somit unverzüglich in die Fachdiskussion der Nahverkehrsplanung eingebracht werden.

gez. Stefan Sarrach

Fraktionsvorsitzender