Ausführungsbeschluss zum Ausbau des Domumfeldes im Bereich der Schulstraße, des Paradeplatzes, des Domplatzes zwischen

Betreff
Ausführungsbeschluss zum Ausbau des Domumfeldes im Bereich der Schulstraße, des Paradeplatzes, des Domplatzes zwischen Paradeplatz und Domstraße, des kleinen Platzes am Dom und des Domplatzes zwischen Domstraße und Domgasse
Vorlage
6/DS/557
Aktenzeichen
4.66
Art
Beratungsdrucksache öffentlich

 

Beschlussvorschlag:

1.      Die Ausführung des Bauvorhabens Schulstraße wird, entsprechend vorliegender Ausführungsplanung, beschlossen.

2.      Die Ausführung des Bauvorhabens Paradeplatz, Domplatz zwischen Paradeplatz und Domstraße, kleiner Platz und Domplatz zwischen Domstraße und Domgasse wird, entsprechend vorliegender Ausführungsplanung, beschlossen.

 

Sachverhalt:

Der Bereich des Domumfeldes  die Schulstraße, der Paradeplatz, der Domplatz  zwischen Paradeplatz und Domstraße, der kleine  Platz am Dom und der Domplatz  zwischen Domstraße und Domgasse  sollen  neu gestaltet werden.

Am 28.01.2016 wurde mit der  Drucksache 6/DS/245 der Grundsatzbeschluss zur Gestaltung des Domumfeldes  gefasst.  Im Stadtentwicklungsausschuss am 11.04.2017 wurde der Arbeitsstand nach der Planungsphase 4 vorgestellt.

Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen und Baumaterialien sind mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Im ganzen Baubereich ist eine archäologische Baubegleitung vorgesehen, da das gesamte Areal als Bodendenkmal ausgewiesen ist.

Schulstraße

Die Fahrbahn auf der  östlichen Seite der Schulstraße wird um ca. einen Meter verbreitert. Hierfür wird der vorhandene Hochbord  entfernt und die Erweiterungsfläche wird mit anthrazit-farbenem  Betonsteinpflaster  ausgepflastert. Die Einbahnstraßenregelung der Schulstraße bleibt erhalten. Bedingt durch die neue Fahrbahnbreite kann der Radfahrer die Schulstraße nun aber in Gegenrichtung befahren. 

Auf der Seite der Seniorenresidenz wird ein 1,80 m breiter Gehweg angelegt. Die Abgrenzung zur Fahrbahn erfolgt mit einem  Betonhochbord. Der Gehweg erhält eine Befestigung aus einem Granitplatten-Streifen, der beidseitig mit Mosaikpflaster eingefasst ist. Die vorhandenen Leuchten in der Schulstraße werden von der Westseite auf die Ostseite der Straße versetzt. Im Zuge dieser Arbeiten wird das alte Natriumdampf-Leuchtmittel gegen ein LED-Leuchtmittel mit gleichartiger warmweißer Lichtfarbe getauscht. 

 Der am Lichtmast Schulstraße Ecke Domstraße vorhandene Scheinwerfer, der den Turm des Dom anstrahlt, wird gegen einen  anthrazitfarbenen LED-Flutlichtscheinwerfer ausgetauscht.

Im Zuge der Verbreiterung der Straße wird auch die Betonfläche der  Anlieferzone „Rathauscenter“ erneuert.  Der Einbau des Straßenbetons ist witterungsabhängig, die Druckfestigkeit  der Betonfläche wird nach 28 Tagen erreicht. Für die Bauzeit und den Aushärtzeitraum ist das Befahren der Schulstraße nicht möglich.

Die markierten Stellflächen für die Schrägparker in der Schulstraße bleiben bestehen.

Paradeplatz

Der Paradeplatz wird in einem hellgrauen Betonsteinpflaster mit Natursteinvorsatz befestigt. Die Betonsteine haben unterschiedliche Steingrößen. Eingefasst wird die Pflasterfläche mit Betonborden. Die Oberflächenentwässerung erfolgt über Längs- und Quergefälle in die Straßenabläufe, die an die zuvor noch zu verlegende Regenwasserleitung angeschlossen werden. Die Regenwasserleitung mündet in den Mischwasserkanal in der Reinheimer Straße.

Im Bereich Paradeplatz wird ein neuer anthrazitfarbener Lichtpunkt mit einem warmweißen LED-Leuchtmittel gesetzt. Ein vorhandener Lichtpunkt im Baubereich wird umgesetzt.  Die Leuchtenform der neuen Leuchte  ist an den Bestand in den angrenzenden Straßen wie Domstraße und Domgasse angepasst. 

Domplatz zwischen Paradeplatz und Domstraße

Für die Gestaltung des historischen Domplatzes ist vorhandenes Naturstein-Großpflaster in Braun- und Grautönen in unterschiedlichen Formaten vorgesehen.  Der Natursteinbord zur Einfassung der Mosaikpflasterfläche um den Dom bleibt erhalten.  Um die Befahrbarkeit für Rollstuhlfahrer zu erleichtern, sollen die angrenzenden  Großpflastersteine der Straßenfläche mit einem Höhenunterschied von ca.  1- 2 cm verlegt werden. 

Eine  Voraussetzung für die Straßenbauarbeiten im Bereich des Kapitelhauses ist, dass die Grundmauern des Kapitelhauses denkmalgerecht um ca. 50 cm über Geländeoberkante aufgemauert werden.

Im Bereich des Domplatzes werden 2 neue anthrazitfarbene  Lichtpunkte mit warmweißer LED-Lichtfarbe aufgestellt. An dem Lichtpunkt im Bereich des Kapitelhauses wird ein neuer LED-Flutlichtscheinwerfer mit eingelegter Folie zur Anstrahlung des Turmes montiert. Für die Stromversorgung bei Veranstaltungen um den Dom werden zwei Stromversorgungselektranten als Unterflurelektranten mit Klappdeckel vorgesehen. Auf Grund der großen Anschlussleistung für die Stromversorgung beider Elektranten ist zusätzlich der Bau eines Zählerplatzes mit Wandlermessung erforderlich.

Die Niederschlags- sowie Mischwasserentsorgungsanlagen des Zweckverbandes sind ausbilanziert. Dies bedeutet, dass die zusätzlich neu versiegelten  Flächen  nicht an  den Mischwasserkanal angeschlossen werden dürfen. Die Entwässerung der Domplatzfläche erfolgt  hauptsächlich durch Quergefälle vom Dom weg. Die Ableitung des Niederschlagswassers erfolgt über  Regenwassersickerrinnen mit Filtersubstrat. Von  der schmalsten Stelle des Domplatzes   soll das Regenwasser mit einer geschlossenen Rinne mit Filtersubstrat weiter geleitet werden  bis zu einem Regenwassersickerschacht.

Kleiner Platz am Dom

Die Fläche südlich der Seniorenresidenz zwischen der Schulstraße, Domstraße und Domplatz wird als Platz für Fußgänger gestaltet. Parallel zum Zaun der Seniorenresidenz werden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Der Platz  soll zum Verweilen einladen, dem queren dienen oder bei Veranstaltungen genutzt werden können. Eine Nutzung des Platzes zum Parken von Fahrzeugen ist nicht vorgesehen. Auf der gesamten Platzfläche kommt Natur-Kleinsteinpflaster in 2 unterschiedlichen Oberflächenqualitäten zum Einsatz. Mit dem glatten, geschnittenen Pflastermaterial werden Gehstreifen bis hin zur Rundbank und um diese herum befestigt. Die Gehstreifen sind insbesondere für Rollstuhlfahrer und Benutzer von Rollatoren zur bequemeren Begehung, aber auch zur gestalterischen Aufwertung des Platzes  gedacht. Die restlichen Flächen werden mit Kleinsteinpflaster in bruchrauher Qualität befestigt.

Im Zentrum des Platzes wird eine Rosskastanie mit Stammumfang von 18 - 20 cm  gepflanzt. Damit sich der Baum innerhalb der versiegelten Pflasterfläche gut entwickeln kann, erhält er ein spezielles stabiles, überfahrbares Wurzelkammersystem mit einem durchwurzelbaren Raum von ca. 20 m³. Die Kammern werden mit Baumsubstrat gefüllt und mit einem Belüftungs- und Bewässerungssystem  ausgestattet.  Die Standsicherheit des Baumes wird durch eine Unterflurverankerung gewährleistet.

Um den Baum herum wird eine Rundbank aus 10 Kreissegmenten mit einem Innendurchmesser von 2,50 m angeordnet. Die Hälfte der Kreissegmente besteht aus einem glatten  grauen Betonblock. Die andere Hälfte ist mit einer  Sitzfläche und einer Rückenlehne aus unbehandeltem 5 cm dicken  sibirischem Lärchenholz ausgestattet. Witterung und UV-Strahlung sollen eine natürliche graue Holzpatina erzeugen.

An der nördlichen Platzgrenze werden 19 beidseitig nutzbare Fahrradbügel aus Edelstahl aufgestellt.  Im Baubereich ist an  drei  Standorten das  Aufstellen von Abfallbehältern vorgesehen. Es werden pulverbeschichtete Abfallbehälter mit verschließbarer Bodenklappe in der Farbe Weißaluminium aufgestellt. Diese sollen mit speziell für die Stadt Fürstenwalde entworfenen Raben-Cartoons beklebt werden.

Das Niederschlagswasser wird  wie beim Domplatz größtenteils  über  eine Regenwassersickerrinne mit Filtersubstrat verteilt bzw. über eine Regenwasserrinne an die zu versickernde Stelle geleitet.

Domplatz zwischen Domstraße und Domgasse

Auf  einer Fläche von ca. 200 m² wird der alte Asphalt ausgebaut  und durch vorhandenes Naturstein-Großpflaster in Braun- und Grautönen in unterschiedlichen Formaten ausgetauscht.

 

Finanzierung

 

Das Projekt wird aus den Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau II kofinanziert. Es ist im aktuellen Umsetzungsplan der Städtebauförderung des Landes Brandenburg enthalten und somit bewilligt. Ein Teil des Stadtumbaubudgets für die Stadt Fürstenwalde/Spree ist bereits im kommunalen Haushalt vereinnahmt, für 2018 stehen weitere Mittel in ausreichender Höhe zum Abruf zur Verfügung.  Die Förderquote beträgt 100 %, das heißt die Gesamtkosten werden zu jeweils einem Drittel vom Bund, vom Land Brandenburg und von der Stadt Fürstenwalde getragen.

 

Derzeit werden die benötigten Mittel,  einschließlich Baunebenkosten, auf ca. 583.000 € geschätzt.

Die reinen Baukosten betragen gemäß Kostenberechnung insgesamt ca. 464.000 € brutto, wovon ca. 54.000 € auf die Straßenbeleuchtung, Domanstrahlung und die Senkelektranten entfallen.

Die Kosten für die Baubeweissicherung und die Schwingungsmessungen am Dom werden mit ca. 60.000 € geschätzt. Diese Ausgaben sind als denkmalbedingte Nebenkosten zu denselben Bedingungen, wie die Baumaßnahme selbst, förderfähig.

Nicht enthalten sind hierbei die finanziellen Mittel für die Arbeiten am Kapitelhaus.

 

Das Projekt ist im aktuellen Haushaltsplan unter der Maßnahme-Nr. 4.61 PRO4 01 007 enthalten. Im Haushalt 2017 sind derzeit noch 57.000 € verfügbar. In der Anlage zum Haushaltsplan 2017 (Seite 544) sind die aus Verpflichtungsermächtigungen voraussichtlich fälligen Auszahlungen aufgeführt. Für das Domumfeld sollen nun die für das Jahr 2018 als VE vorgesehenen Mittel in der Höhe von 250.000 € aus der Straße Am Berghang und 276.000 € aus der Theodor-Fontane-Grundschule verwendet werden. Diese vorgesehenen  Umbuchungen sollen in einer gesonderten Drucksache am 18.10.2017 im Hauptausschuss und am 02.11.2017 in der Stadtverordneten Versammlung beschlossen werden.

 

 

Ausführungszeitraum

Es ist eine Bauzeit von ca. 9 Monaten geplant. Diese kann sich aber in Abhängigkeit der archäologischen Baubegleitung verlängern.

Die Ausschreibung der Bauleistungen ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Die Realisierung der Maßnahme soll im Jahr 2018 erfolgen.

 

 Im Auftrag

 

Christfried Tschepe

Fachbereichsleiter Stadtplanung

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Anlagen:

Anlage 1 - Lageplan Straßenbau

Anlage 2 - Lageplan Elektro

Anlage 3 - Regelquerschnitt 

Anlage 4 - Detail Rundbank

Anlage 5 - Abfallbehälter

Anlage 6 - Leuchten

Anlage 7 - Scheinwerfer

Anlage 8 - Senkelektrant