Ausführungsbeschluss zur Aufwertung des Marktplatzes

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Ausführung des Bauvorhabens „Aufwertung des Marktplatzes“ entsprechend der vorliegenden Ausführungsplanung.
  2. Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die überplanmäßigen Aufwendungen für das Bauvorhaben „Aufwertung des Marktplatzes“ in Höhe von 190.000 €. Die Deckung erfolgt aus dem Planansatz 2019 in Höhe von 611.700 € für die Maßnahme „Pneumant Sportforum/ Anbau Sozialtrakt“.

Sachverhalt:

Am 08.06.2017 hat die Stadtverordnetenversammlung mit der  Drucksache 6/DS/459/1 den Grundsatzbeschluss zur Aufwertung des Marktplatzes gefasst. Grundlage dafür war die Vorplanung als Ergebnis der Leistungsphase 2. Im Stadtentwicklungsausschuss am 09.10.2018  wurde der Arbeitsstand nach der Planungsphase 4 (Genehmigungsplanung) vorgestellt und befürwortet. Die vorliegende Ausführungsplanung, als Ergebnis der Leistungsphase 5, baut auf den bereits in den Ausschüssen vorgestellten Planungsunterlagen auf (Anlage 1).

Im nördlichen Bereich des Marktplatzes soll der  Eingangsbereich zum neuen Rathaus repräsentativ gestaltet werden. 

Der vorhandene Granitbrunnen, der quer vor dem Eingang zum Bürgerbüro steht, wird abgebaut und an einem anderen Standort zwischengelagert. An Stelle des Brunnens, direkt vor dem Säulengang,  werden vier 8 m hohe Fahnenmaste mit Innenseilführung aufgebaut. Die Beflaggung ist mit Querformatflaggen vorgesehen. Auf zwei dieser Fahnenmaste werden LED-Fluter installiert, um das Stadtwappen an der Fassade anzustrahlen. Die sechs vorhandenen Deckenleuchten an der Säulengangdecke im Eingangsbereich werden demontiert und gegen ein 13 m langes LED-Leuchtband ausgetauscht. Des Weiteren soll ein Spotlight-Strahler vor dem Bürgerbüro den direkten Eingangsbereich betonen. Die beiden vorgenannten Arbeiten am Gebäude werden vom Gebäudeeigentümer durchgeführt. Um die optimale Beleuchtung des Eingangsbereiches und des Wappens zu erzielen, wurde am 29.01.2019 hierzu erfolgreich ein Beleuchtungstest durchgeführt (Anlage 2).

Das unter dem Säulengang vorhandene Granit-Kleinsteinpflaster vor dem Bürgerbüro hat eine unebene Oberfläche, ist schlecht zu begehen und insbesondere auch für Rollatoren schlecht zu befahren. Das Material wird vollständig ausgebaut und im Bereich des alten Brunnens zum Schließen der Flächen genutzt. Um die Eingangssituation in die öffentlichen Gebäude vom Markt aus gleich wirken zu lassen, wird die Pflasterfläche optisch wie der Eingangsbereich zum Festsaal des Alten Rathauses gestaltet. Die zuvor am neuen Brunnenstandort entnommenen Betonsteinplatten werden im Eingangsbereich zum Bürgerbüro und zum Rathausturm wieder eingebaut. Die restliche Fläche unter dem Säulengang wird mit neuem gesägtem Kleinsteinpflaster befestigt, um eine gut begehbare Fläche zu erhalten. Das gleiche, besonders ebene  Material ist auch für einen 1,20 m breiten Streifen  als Pflasterpassage für den Weg zwischen dem Rathauscenter und der Fürstengalerie  vorgesehen (Anlage 3).

Vor dem Bürgerbüro stehen die Fahrradanlehnbügel so ungünstig im Eingangsbereich, dass die dort geparkten Fahrräder die Zuwegungen zum Gebäude einengen. Diese Anlehnbügel werden ausgebaut und in veränderter Ausrichtung wieder eingebaut. Entlang der Westfassade des Rathauscenters wird die Anzahl der Fahrradstellplätze durch Neuordnung und Zukauf von Bügeln von 20 Stellplätzen auf 42 Stellplätze erhöht. 

Dem Wunsch der Fürstenwalder Bürger entsprechend, soll die Platzbegrünung erweitert werden.

Zukünftig wird  eine weitere Platane mit einem Stammumfang von 20 – 25 cm  an die  Nordgrenze des Platzes gepflanzt. Damit sich der Baum innerhalb der versiegelten Pflasterfläche gut entwickeln kann, erhält er ein spezielles überfahrbares Wurzelkammersystem mit einem durchwurzelbaren Raum von ca. 20 m³. Die Kammern werden mit Baumsubstrat gefüllt und mit einem Belüftungs- und Bewässerungssystem  ausgestattet.  Die Standsicherheit des Baumes wird durch eine Unterflurverankerung gewährleistet.  Gemäß der vorliegenden Kostenberechnung betragen die Bruttokosten für die Baumkonstruktion einschließlich Baum ca. 10.850 €. Der Baum befindet sich im roten Förderbereich (Anlage 7), welcher mit 180 €/m² gefördert wird.

Neben der Platane werden eine Sitzbank und die Informationstafel zu den Städtepartnerschaften angeordnet.

Eine Attraktivitätssteigerung erhält der Aufenthaltsbereich zwischen dem Altem Rathaus und der Fürstengalerie durch ein multifunktionales Wasserspiel mit vier beleuchteten Fontänen.

Durch moderne und leistungsfähige Springbrunnentechnik können die einzelnen Düsen in weniger als einer Sekunde einzeln angesteuert werden und jede beliebige Fontänenhöhe bis zu der gewünschten Maximalhöhe von einem Meter sowie passend dazu die Farbmischung für die LED-Scheinwerfer auswählen. Die Lichtstärke des Scheinwerfers ermöglicht die komplette Ausleuchtung des Fontänenstrahls. Somit lassen sich attraktive und dynamische Wassereffekte erzielen. Eine Umprogrammierung der Wasser- und Farbeffekte ist jederzeit problemlos möglich. Eingefasst werden die bodenbündigen Springbrunnendüsen durch umlaufende Schlitzrinnen aus Edelstahl. Das Wasser vom Fontänenfeld wird in den Rinnen gesammelt, durch eine Filteranlage gereinigt und wiederverwendet. Um die Fläche des Wasserspiels auch außerhalb der Betriebszeiten anderweitig nutzen zu können, wird  die Fläche im Bereich des Wasserspiels überfahrbar ausgebildet.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurde der vielfache Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten geäußert. Insgesamt werden 15 neue Holzbänke aufgestellt, die teilweise gegen die derzeit provisorisch aufgestellten Bänke ausgetauscht werden. Es kommen auf dem Marktplatz drei unterschiedliche Banktypen zum Einsatz. Im Bereich der Wasserspiele werden 9 Bänke für den konzentrierten Aufenthaltsbereich zwischen dem Alten Rathaus und dem Kaufhaus als Bankgruppen platziert. Diese Bänke sind beidseitig nutzbar und mit  mittiger Rückenlehne versehen. Je nach Banktyp sind an unterschiedlichen Stellen Armstützen vorgesehen, die auch gleichzeitig den Senioren als Aufstehhilfe dienen sollen. Des Weiteren werden 5 Einzelbänke ohne Lehne in den Randbereichen parallel zum Rathauscenter bzw. zur Fürstengalerie aufgebaut (Anlage 4).

Ergänzt wird die Ausstattung des Freiraums mit einem Spielpunkt in der Nähe der Wasserspiele. Ausgewählt wurde ein barrierefreies Geschicklichkeitsspiel, das für ruhige  konzentrierte Aktionen geeignet ist (Anlage 5).

Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahme wird der dreiflügelige Informationspunkt in die Neugestaltung des Platzes integriert.

 

Bauzeit

Während der fünfmonatigen Bauzeit ist der Platz für den Markt nicht zu nutzen. Als Ausweichflächen für diese Zeit stehen den Markthändlern die Flächen auf dem Kleinen Platz  und dem Domplatz, zwischen Kapitelhaus und Dom, zur Verfügung.

Die Bauausführung muss als Gesamtmaßnahme erfolgen, da die ausgebauten Pflastermaterialien an anderer Stelle auf dem Marktplatz wieder eingebaut werden sollen.

Die Verlegung des Marktes soll dazu genutzt werden, die Unebenheiten des Plattenbelages um das Rathauscenter zu beseitigen. Die dazu notwendigen Reparaturleistungen sollen mit der Gesamtmaßnahme, als separates Los, ausgeschrieben werden. Eine Finanzierung der vorgenannten Leistungen erfolgt ohne Fördermittel, in Abstimmung und unter Mitfinanzierung durch das Centermanagement. 

Um das Stadtfest 2020 auf dem Markt durchführen zu können, ist ein Baubeginn erst ab Ende Mai 2020 vorgesehen. Die Ausschreibung und Vergabe muss aber noch im Jahr 2019 erfolgen, da das  Förderprogramm bereits im  Jahr 2019 endet. Nach erfolgter  Vergabe in diesem Jahr gilt das Projekt als begonnen und darf im Haushaltsjahr 2020 zu Ende gebaut werden.

Im Auftrag

 

 

 

 

Christfried Tschepe

Fachbereichsleiter Stadtplanung

 

 

Anlagen:

Anlage 1 - Lage- und Absteckplan

Anlage 2 - Elektro

Anlage 3 - Pflasterpassagen

Anlage 4 - Bänke

Anlage 5 - Spielpunkt

Anlage 6 – Zusammenstellung nach Fördergruppen

Anlage 7-  Plan Kostenzusammenstellung nach Fördergruppen