Beachvolleyballanlage am Pneumant Sportforum

Beschlussvorschlag:

Der Bürgermeister wird beauftragt,

1)     das mit der BSG Pneumant Fürstenwalde e.V. über den Sportplatz Fürstenwalde Süd bestehende Pachtverhältnis um folgenden Inhalt zu erweitern

 

a)     die Stadt Fürstenwalde/Spree stimmt der Errichtung einer Beachvolleyballanlage auf dem Sportforum Pneumant durch die BSG Pneumant Fürstenwalde e.V. wie beantragt zu,

 

b)     die Errichtung der Beachvolleyballanlage und ihr anschließender Betrieb durch die BSG Pneumant Fürstenwalde e.V. erfolgen ohne Zuschuss der Stadt Fürstenwalde/Spree und

 

c)     die BSG Pneumant Fürstenwalde e.V. ist berechtigt, von anderen Vereinen oder Dritten für die Nutzung der Beachvolleyballanlage ein angemessenes Entgelt zu erheben,

 

und

 

2)     die Nutzung der Beachvolleyballanlage auf dem Sportforum Pneumant aus der Anwendbarkeit von Punkt 3.1 - Förderung der Nutzung von Sportstätten - der Richtlinie zur Förderung des Sports in der Stadt Fürstenwalde/Spree auszunehmen.

 

Sachverhalt:

 

Die BSG Pneumant Fürstenwalde e.V. (BSG Pneumant) ist seit 1997 Pächter der 3-Felder Sporthalle an der Siegfried-Hirschmann Straße 5 in Fürstenwalde Süd. Seit seiner Errichtung im Jahr 2011 ist sie ebenfalls Pächter des angrenzenden Sportplatzes.

Aktuell setzen die BSG Pneumant und die Stadt Fürstenwalde/Spree gemeinsam das Vorhaben „Neubau des Sozialtraktes am Pneumant Forum“ um, um die Kapazitäten bei den Umkleide-  und Sanitärräumen zu erweitern (siehe 6/DS/283). Die Fertigstellung ist für Ende Oktober 2019 geplant. Die zusätzlichen Räumlichkeiten sollen nicht nur den derzeitigen Engpass beseitigen, sondern auch als Grundlage für die Weiterentwicklung der Sportstätte dienen. Bereits im  Sportstättenentwicklungskonzept  wurde die Sportstätte aufgrund der ausgebauten Infrastruktur, der vorhandenen sowie der unbebauten Flächen im Umfeld als Sportstätte mit gutem Entwicklungs- und Erweiterungspotential beschrieben.

Nach diesem Ansatz will die BSG Pneumant die Weiterentwicklung der Sportstätte mit der Errichtung einer Beachvolleyballanlage vorantreiben. Die BSG Pneumant bei der Stadt Fürstenwalde/Spree ein entsprechenden Antrag eingereicht (Antrag vom am 22.02.2019, eingegangen am 19.03.2019; Anlage 1) und auf Rückfragen der Fachgruppe 3.41 am 28.06.2019 weiter konkretisiert (Anlage 2). Die Antragsunterlagen machen deutlich, dass die Abteilung Volleyball der BSG Pneumant als wesentlicher Akteur hinter der Antragstellung steht.

 

Errichtung der Anlage

Die BSG Pneumant plant die Errichtung einer Beachvolleyballanlage mit 2 Feldern und einer Gesamtfläche von 528 m² im südöstlichen Teil der bislang umzäunten Sportanlage (Lageplan als Anlage 3 beigefügt).

Aus baufachlicher Sicht erscheint die Umsetzung der vorgeschlagenen Errichtung einer Beachvolleyballanlage möglich, weil die Maßnahme als unversiegelte Fläche geplant ist und dadurch keine Probleme mit dem B-Plan 65 entstehen. Jedoch muss gemäß Brandenburgischer Bauordnung (BbgBO) ein Bauantrag gestellt werden.

Die vorgesehene Gesamtfläche von 528 m² erscheint eher knapp bemessen, da ein Spielfeld im Normalfall bereits 16 x 8 m beträgt und an den Seitenlinien mindestens 3 m Auslauf eingeplant werden muss. Mit einem Pufferbereich zwischen den Spielfeldern von mindestens 3 m muss die Maßnahme mit einer Gesamtfläche von ca. 625 m² geplant werden.

Zwar wird auch im Sportstättenentwicklungskonzept (Teil 2 unter Ziff. 5.1.1. – Seiten 35-37 – Auszug als Anlage 4 ) für das Sportforum Pneumant konkret die Errichtung einer Beachanlage vorgeschlagen. Die von der BSG Pneumant vorgesehene Maßnahme weicht jedoch in folgenden Punkten vom Vorschlag im Sportstättenentwicklungskonzept ab:

·         hinsichtlich des Standortes im Sportforum Pneumant (Beachplatz außerhalb der derzeit umzäunten Sportanlage, Nutzung der nun vorgeschlagenen Fläche als Parkplatz),

·         hinsichtlich der Fläche (1.215 m² anstatt der nun vorgeschlagenen 528 m²),

·         hinsichtlich der Nutzung (Mehrfachnutzung Beachsport / Kugelstoßen anstatt der nun vorgeschlagenen Beachvolleyballanlage) und

·         hinsichtlich der Ausführung (Beachanlage mit Softbordstein-Einfassung und umlaufendem Weg anstatt unbenannte Einfassung, die ggfs. aus Unfallschutzgründen entfallen kann).

Hinsichtlich des Stadtortes enthält das Sportstättenentwicklungskonzept zudem den einschlägigen Hinweis: „Bei der räumlichen Anordnung ist darauf geachtet worden, dass die Kunststoffflächen nicht durch Auswehungen negativ beeinträchtigt werden.“ Bei dem nun von der BSG Pneumant vorgeschlagenen Standort dürfte aufgrund der Nähe der geplanten Beachvolleyballanlage zur bestehenden Rundlaufbahn eher von einer zusätzlichen Verschmutzung aufgrund von Verwehungen auszugehen sein.

Schließlich sind Auswirkungen auf die aktuelle Nutzung des Sportforums Pneumant zu berücksichtigen. So führt die Abteilung Bogensport der BSG Pneumant auf der nördlichen Rückseite des Sportplatzes ihren Sportbetrieb durch. Aufgrund der Sperrung der Siegfried-Hirschmann-Straße auf Höhe des Sportplatzes, ist die Abteilung auf die Zuwegung über den Sportplatz unter teilweiser Nutzung des vorhandenen Wirtschaftsweges (parallel zur Siegfried-Hirschmann-Straße) angewiesen. Durch die Errichtung einer Beachvolleyballanlage an vorgeschlagener Stelle würde die Erweiterung und Fortführung des vorhandenen Wirtschaftsweges nicht umsetzbar.

Für den im Sportentwicklungskonzept enthaltenen Vorschlag der Errichtung einer kombinierten Kugelstoß-/Beachanlage mit einer Größe von 1.215 m² werden Nettobaukosten in Höhe von 56.000 € angeben. Die BSG Pneumant gibt für die Errichtung der Beachvolleyballanlage mit einer Größe von 528 m² Kosten in Höhe von 15.000 € an. Sie plant die Errichtung der Beachvolleyballanlage vorrangig mit Eigenmitteln, Eigenleistung sowie Spenden- und Sponsorenbeiträgen zu realisieren. Gleichwohl hat der Verein mit Nachricht vom 28.06.2019 (Anlage 2.1) eine Beteiligung der Stadt Fürstenwalde/Spree an den Investitionskosten angefragt. Aus bekannten Gründen werden im Haushalt der Stadt Fürstenwalde/Spree kurzfristig keine Mittel für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Pneumant Sportforums zu Verfügung stehen. Zumal der Erhalt und die Sanierung der bestehenden Sportanlagen für die Ausnutzung des begrenzten finanziellen Rahmens vorrangig zu betrachten sein wird. Aus diesem Grund ist es auch besonders positiv zu bewerten, dass der Verein aus eigenen Mitteln und in Eigenverantwortung den Bau des Beachvolleyballplatzes umsetzen möchte.

 

Nutzung der Anlage

Vorrangiger Nutzer soll und wird die Volleyballabteilung der BSG Pneumant sein. Diese besteht laut Bestandserhebung des Kreissportbundes Oder-Spree e.V. zum 01.01.2019 aus insgesamt 202 Mitgliedern, davon sind 98 Sportler/-innen unter 18 Jahre alt und 104 Sportler/-innen über 18 Jahre alt. Im Stadtgebiet sind insgesamt 244 Sportler im organisierten Sport in der Sportart Volleyball gemeldet, so dass potentiell 42 weitere Nutzer der Sportart Volleyball außerhalb der BSG Pneumant erreicht werden könnten.

Als zusätzliche Nutzer von Beachsportanlagen kommen allgemein Schulen, Fußball- und sonstige Sportgruppen in Frage, die die Anlage mit Trendsportarten wie Beach-Soccer oder Beach-Handball belegen. Zusätzlich denkbar sind Turniere im Freizeit- und Schulbereich von den einzelnen Akteuren. Bei entsprechender Zugänglichkeit kommt in den Sommermonaten auch eine Nutzung durch nichtorganisierte Freizeitgruppen in Betracht. Eine belastbare Abfrage oder Analyse dieser Nutzergruppen wurde von der BSG Pneumant nicht durchgeführt.

Derzeit wird der Sportplatz im Wesentlichen von der BSG Pneumant und einem weiteren Sportverein (Fußball), einer Grund- und zwei Oberschulen genutzt. Zwar haben Vertreter einer Oberschule der BSG Pneumant wohl in Aussicht gestellt, den Schulunterricht eventuell auch auf der Anlage durchzuführen. Trotzdem ist die Nachfrage an einer reinen Beachvolleyballanlage aus heutiger Sicht im Bereich des Schulsports als eher gering einzustufen. Schließlich ist zu berücksichtigen, dass mit Realisierung des Vorhabens Schulzentrums Süd den dort untergebrachten Schulen eigene Kapazitäten für den Schulsportunterricht (eingeschränkt auch im Außenbereich) zur Verfügung stehen und die Nachfrage nach Kapazitäten im Sportforum Süd dadurch sinken dürften.

Als weiteres Indiz für die zu erwartende Zahl zusätzlicher Nutzer kann die Nutzung der seit Jahren vorhandenen Beachvolleyballanlage an der Sporthalle Grünstraße sein. Diese Beachvolleyballanlage hat vergleichbar eine Grundschule und ein mehrzügiges Gymnasium in unmittelbarer Nachbarschafft. Die Beachvolleyballanlage wird jedoch lediglich sporadisch und im Wesentlichen für Freizeitsport durch den Pächter der angrenzenden Sporthalle genutzt.

Schließlich wird Im Sportstättenentwicklungskonzept wird gerade die Errichtung einer kombinierte Kugelstoß-/Beachsportanlage empfohlen (s.o.), um durch die kombinierte Sportfläche eine Mehrfachnutzung zu ermöglichen und dadurch eine entsprechende Auslastung zu erreichen.

 

Für die geplante Beachvolleyballanlage auf dem Pneumant Sportplatz ist entgegen der Einschätzung der BSG Pneumant mit nicht unerheblichen Folgenkosten zu rechnen. In der Regel bestehen diese Kosten aus Personal-,  Wartungs- und Instandhaltungskosten. Zu den Instandhaltungsarbeiten gehören Auslockerung des verdichteten Sandes zur Wiederherstellung des Fallschutzes,  Hygieneuntersuchung  und das Aussieben von Verschmutzungen, zum Beispiel Tierexkrementen, ggfs. Glasscherben, Zigarettenresten oder Laub. Durch die vorhandene Einzäunung des Geländes kann die Gefahr unberechtigter Nutzung und ggfs. Verschmutzung jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Weiter wird der voraussichtlich alle 5 bis 8 Jahre notwendige Austausch des Sandes erhebliche Kosten verursachen. Auch in diesem Zusammenhang ist es besonders positiv zu bewerten, dass die BSG Pneumant den Betrieb der Anlage im Wesentlichen selbst mit ehrenamtlichen Kräften organisieren und umsetzen möchte. Angesichts der aufgezeigten vorrangigen Nutzung durch Sportler der BSG Pneumant erscheint dies auch sachgerecht. Eine Bezuschussung aus Mitteln der Stadt ist bislang nicht beantragt. Dieser Punkt sollte bereits vor Errichtung der Beachvollballanlage mit der BSG Pneumant abschließend geklärt werden.

 

Die Richtlinie zur Förderung des Sports in der Stadt Fürstenwalde/Spree sieht in Punkt 3.1 vor, dass die Nutzung der kommunalen Sporthallen, Sportplätze und Bäder durch Sportvereine der Stadt, die Mitglied im Kreissportbund Oder-Spree sind, und anerkannte Jugendvereine grundsätzlich mit einem Fördersatz in Höhe von 85 % der Nutzungsentgelte bezuschusst werden. Im Fall der Sportforum Pneumant ist das Pachtverhältnis mit der BSG Pneumant derzeit so gestaltet, dass die für die Nutzung der Sportanlage gezahlten Entgelte der BSG Pneumant zufließen. Da dies auch bei einer Nutzung der Sportanlage durch die BSG Pneumant selbst gilt, wird die o.g. Sportförderung in Höhe von 85 % der Nutzungsentgelte in diesen Fällen direkt an die BSG Pneumant ausgezahlt. Angesichts der aufgezeigten vorrangigen und wohl einzigen förderfähigen Nutzung der Beachvolleyballanlage durch Sportler der BSG Pneumant kann die Nutzung der Beachvolleyballanlage auf dem Sportforum Pneumant aus der Anwendbarkeit von Punkt 3.1 - Förderung der Nutzung von Sportstätten -  der Richtlinie zur Förderung des Sports in der Stadt Fürstenwalde/Spree ausgenommen werden.

 

In Vertretung

 

 

 

Stefan Wichary

Erster Beigeordneter

Anlagen:

Anlage 1 - Antrag zur Errichtung einer Beachvolleyballanlage

Anlage 2 - Ergänzung zum Antrag zur Errichtung einer Beachvolleyballanlage

Anlage 2.1 - E-Mail_BSG_Bitte um finanzielle Unterstützung

Anlage 3 - Lageplan Beachvolleyballanlage

Anlage 4 - SEK Teil 2 S.35-37