Grundsatzbeschluss über die Vorplanung für den Umbau der Verkehrsanlagen für den neuen Schulstandort "Spree-Campus" in der Beeskower Chaussee in Fürsteewalde/Spree

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung billigt die Vorplanung für das Bauvorhaben Umbau der Verkehrsanlagen für den neuen Schulstandort "Spree-Campus" in der Beeskower Chaussee und beauftragt den Bürgermeister, die für den Ausführungsbeschluss erforderlichen Leistungsphasen 3 bis 5  zu beauftragen.

Sachverhalt:

In Fürstenwalde-Süd soll für den Landkreis Oder-Spree auf und neben dem Grundstück des ehemaligen Finanzamtes östlich entlang dem Straßenverlauf der Beeskower Chaussee ein neuer Schulstandort – der Spree-Campus – entstehen (Vorstellung im Stadtentwicklungsausschuss am 21.04.2020). Dieser besteht nach jetzigem Planungsstand aus einer Grund- und Oberschule, einer G-Schule sowie einem Hort. Für das Vorhaben befindet sich der Bebauungsplan Nr. 118 "Spree-Campus Fürstenwalde Süd" in Aufstellung (7/DS/222, Stadtverordnetenversammlung am 01.10.2020).

Die Stadt Fürstenwalde/Spree fungiert als Baulastträger für die Erschließung des neuen Schulstandortes. Die Maßnahme soll sowohl die geplanten Schulgebäude erschließen, attraktive und breite Flächen in Form von gemeinsamen Geh- und Radwegen für die Schüler*innen bieten sowie die Befahrbarkeit der Beeskower Chaussee für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit ausreichenden Breiten barrierefrei ermöglichen.

 

Bestandssituation

Das Plangebiet umfasst eine Gesamtumbaulänge von etwa 250 Metern, zwischen den beiden Einmündungen „Straße der Einheit“ und „Ring der Freundschaft“. Im Nordwesten grenzt das Gebiet an die Bahnstrecke Fürstenwalde – Bad Saarow mit dem Bahnhof Fürstenwalde Süd.

Die Trassierung der Beeskower Chaussee entspricht keinem regelkonformen Bestand. Zu enge Radien, schmale Straßenquerschnitte und fehlende Geh- und Radwege führen zu unzureichender Geometrie und unsicheren Verkehrsbedingungen für den nicht motorisierten Verkehr. Die Beeskower Chaussee weist eine schmale asphaltierte Fahrbahn ohne Mittelmarkierung auf. Die Breite der Fahrbahn zwischen den Achsen der Randmarkierungen beträgt ungefähr 6,0 Meter.

Die Beeskower Chaussee verfügt über wenige Entwässerungseinrichtungen, wie z. B. Straßenabläufe. Die Entwässerung der Verkehrsanlagen erfolgt hauptsächlich über Versickerungsmulden am Fahrbahnrand. Diese sind teilweise zugeschlämmt und weisen keine nennenswerten Einstauhöhen mehr auf.

Der Planungsbereich wird durch die Buslinien 403, 411, 413, 430 und 431 angefahren. Die zwei Bushaltestellen, welche derzeit süd-östlich der Einmündung Straße der Einheit und damit außerhalb des Plangebietes liegen, sind nicht barrierefrei und nur über unbefestigte Seitenstreifen der Beeskower Chaussee erreichbar.

Im Randbereich der Fahrbahn liegen nur teilweise und nicht zusammengehörige befestigte Gehwege. Ab der Straße der Einheit wird die Beeskower Chaussee westlich von einem etwa 1,65 Meter breiten Gehweg bis zum Ring der Freundschaft begleitet. Eine bauliche Verbindung zwischen diesem Gehweg und dem der Straße der Einheit besteht nicht, der Zugang ist somit nicht barrierefrei. Ab der südlichen Zufahrt des alten Finanzamtes beginnt ein etwa 1,65 Meter breiter Gehweg auf östlicher Fahrbahnseite, dieser endet auf gegenüberliegender Fahrbahnseite des Rings der Freundschaft.

Der bestehende Straßenquerschnitt wird gemäß der „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt 06) als „Örtliche Einfahrtsstraße“ klassifiziert. Mit der Bedarfsanalyse wurde ein Durchschnittlicher Täglicher Verkehr werktags (DTVw) =3.200 Kfz/24 h mit einem Schwerlastverkehrs (SV)-Anteil von 4 % ermittelt.

 

Planung

Entsprechend der benötigten Bewegungsspielräume und Fahrzeugbreiten des ÖPNV ist ein Verkehrsraum von mindestens 6,50 Meter notwendig. Durch den hauptsächlich zu erwartenden Schüler*innenverkehr sind angrenzende Flächen der Fahrbahn möglichst ausreichend breit für eine gemeinsame Nutzung von Fuß- und Radverkehr zu planen. Die Bereiche der Bushaltestellen sollen Breiten von bis zu 6,0 Meter aufweisen, um gleichermaßen sowohl dem hohen Schüler*innenverkehr, dem allgemeinen, nicht motorisierten Längsverkehr und dem Aufenthalt zu dienen. Wie im Bestand ist im Randbereich kein ruhender Verkehr vorgesehen.

Die entwurfsprägenden Nutzungsansprüche geben gemäß RASt 06 Regelquerschnittsbreiten von 20,5 m bis 33,0 m vor. Solche Breiten sind durch die zur Verfügung stehenden Flächen der Beeskower Chaussee nicht möglich. Eine Mindestbreite von 20,5 m ist gemäß RASt 06 für Straßen mit einem stündlichen Verkehr von bis zu 400 Kfz/h vorgesehen.

Da die Beeskower Chaussee bis auf Versickerungsmulden und drei Straßenabläufe mit ungeklärtem Anschluss im Bestand keine Entwässerungseinrichtungen aufweist und die bisherigen Muldenbereiche zu Gunsten der Sicherheit des Schülerverkehrs teilweise zu versiegeln sind, wurden funktionelle Möglichkeiten der Entwässerung geprüft.

Versickerungsmulden kommen aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht in Betracht. Zudem weist der Kanal in der Straße keine ausreichende Kapazität auf. Daher wird eine platzsparende Entwässerung mittels Kastenrinne und Filtersubstrat empfohlen.

Der vorliegenden Vorplanung vorausgehend diente ein im Jahr 2019 von dem Berliner Büro HOFFMANN-LEICHTER erstelltes Verkehrskonzept für die Erschließung des neuen Schulstandortes als Grundlage für die Bedarfsplanung.

 

Beteiligung

Die Vorplanung wurde am 14.09.2020 den Beiräten und Beauftragten der Stadt Fürstenwalde/Spree vorgestellt (Anlage 6.1). Der einzige private Anlieger wurde am 22.09.2020 beteiligt – keine Anmerkungen zur Planung.

Der gemäß DA 10.06 Dienstanweisung zum Investitionssteuerungsverfahren vorgesehene Planverteidigungstermin wurde am 26.10.2020 durchgeführt (Protokoll Anlage 7).

Der Landkreis Oder-Spree hat der Vorplanung zugestimmt (Bestätigungsschreiben Anlage 8). 

im Auftrag

Christfried Tschepe

Dezernatsleiter

Dezernat 2 – Stadtentwicklung

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Anlagen:

Anlage 1:           Erläuterungsbericht zur Vorplanung

Anlage 2:           Lageplan zur Vorplanung

Anlage 3.1:       Querschnitt Straßenraum

Anlage 3.2:       Querschnitt Bushaltestelle

Anlage 4:           Kostenschätzung zur Vorplanung

Anlage 5:           Fotodokumentation

Anlage 6.1:       Protokoll Beteiligung Kita- und Elternbeirat

Anlage 6.2:       Stellungnahme Kita- und Elternbeirat zur Vorplanung

Anlage 7:           Protokoll Planverteidigungstermin

Anlage 8:           Bestätigungsschreiben Landkreis Oder-Spree zur Vorplanung