Zwischenbericht für den Stadtforst Fürstenwalde - Kommunaler Eigenbetrieb 2007

Betreff
Zwischenbericht für den Stadtforst Fürstenwalde - Kommunaler Eigenbetrieb 2007
Vorlage
4/472
Art
Informationsdrucksache öffentlich

Sachverhalt:

Mit der Gründung des Eigenbetriebes zum 01.01.2005 ist der Stadtforst entsprechend der Verordnung über die Eigenbetriebe der Gemeinden, vom 28.11.2001, § 10 Abs. 1 gesondert zu verwalten und nachzuweisen.

 

Die Eigenbetriebsverordnung schreibt im § 21 die Aufstellung eines Zwischenberichts vor. Er besteht aus der Darstellung in Gewinn und Verlust, gegliedert in Ertrag und Aufwandkonten, und der Bilanz mit Kontenaufstellung (Anlagen). Der Werkausschuss- Hauptausschuss nimmt den Zwischenbericht zur Kenntnis.

 

Der bisherige Geschäftsverlauf entspricht dem Plan, so dass die Vorgaben im Wirtschaftsplan bei  der Stadtwaldbewirtschaftung bisher erreicht werden.

 

Der Werkausschuss nimmt den Zwischenbericht zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                   

 

 

 

 

 

 

 

 

1.Erläuterungen

 

Ertrag                 

Holzverkauf

Der hohe Erfüllungsstand mit 81,7 % vom Soll resultiert aus der gebündelten Nutzung im ersten Halbjahr und dem zusätzlich angefallenen Sturmholz. In absoluten Zahlen sind das:

 

Sortiment

Menge

Bemerkungen

Kiefernsägeholz-kurz

6.150 fm

Sägewerk der Klenk AG in Baruth

Kiefernindustrieholz

18.028 rm

10.000 rm stehen noch unverkauft im Wald, Lieferung an GLUNZ in Beeskow erfolgt im 2. Halbjahr

Kiefernabschnitte- kurz

3.092 rm

LAK Aushaltung erhöhte die Wertschöpfung, Lieferung an die Holzindustrie Torgau

Eichenparkettholz

230 fm

Verarbeitung bei der Holzindustrie Templin

Eichenindustrieholz

1.550 rm

Energieholz für das Sägewerk Braalitz der HI Templin

Fichtensägeholz- und Industrieholz

850 fm

Sturmwurf im Revier Beerenbusch

Rotbuche, Birke , Erle

1.110 fm

Laubholzpflege

 

ca. 25.000 fm

mit 38,59 €/fm Erlös

 

Der hohe Industrieholzstand im Wald resultiert aus der unzureichenden Holzbereitstellung durch das Unternehmen Hoffmann ( siehe Grafik) und den damit verminderten Abfluss zum GLUNZ Werk Beeskow. Zusätzlich zum regulären Einschlag sind bisher ca. 4.000 fm Sturmholz angefallen und aufgearbeitet worden. Die Werkleitung rechnet noch mit weiteren 500 bis 1.000 fm Sturmwurfholz.

Es sind bisher ca. 25.000 fm eingeschlagen worden, so dass die nachhaltige Nutzungsmenge um 7.000 fm übernutzt wurde. Die Werkleitung wird deshalb für 2008 einen geringeren Holzeinschlagsplan ansetzen.

 

Jagdbetrieb

Von den geplanten 72.000,- € Jagdeinnahmen wurden bisher 45.294,- € realisiert, das sind 62,9 % vom Plan. Dieser Wert ist für das erste Halbjahr gut, denn die Hirschjagd und Ansitzdrückjagdsaison beginnt erst Mitte September.

 

FriedWald

Am 28.07.2007 wird es die 94. Beerdigung geben, so dass wir nach einem guten Jahr seit der Einweihung von einer stabilen Nachfrage und Entwicklung sprechen können. Die finanziellen Erwartungen werden erfüllt, so dass die 36 % nur zeitliche Verzögerung der Gutschriften abbildet.

Mit der Gutschrift im Juli liegen wir bei gut 50.000,-€ an Einnahmen, also 50 % des Planes.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Einnahmen

Durch die Verzögerung der Wegebaumaßnahme 2006 im Revier Kleine Heide erfolgte die Ausschüttung der Fördermittel erst in 2007. Es wurden 4,1 km mit Betonrecycling befestigt, so dass dem Waldbrandschutz und der Walderschließung Rechnung getragen wurde. In diesem Jahr ist noch die Reststrecke vom Klärwerk bis zur Hegelstraße geplant, damit nördlich der Bahnstrecke eine vollständige Verbindung von Fürstenwalde bis Hangelsberg existiert.

Bei den Nutzungsrechten und Grunddienstbarkeiten handelt es sich um Gestattungen zur Flächenbenutzung während des Schienenneubaus Fürstenwalde- Hangelsberg oder um die Waldfahrgenehmigungen für Angler sowie um Grunddienstbarkeiten bei Leitungsrechten.

 

Erfolgsplan

Die Erhöhung der Erträge um 50.000,- € resultiert zum einen durch die Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen ohne Eigenanteil (Biotopbäume) mit ca. 35.000,- € sowie die Förderung der Nonnenbekämpfung mit ca. 8.000,- € und zum anderen durch bessere Holzverkaufserlöse in Höhe von ca. 7.000,- €.

 

Vermögensplan

Die Veränderungen ergeben sich zum Teil durch eine neue Kontenzuordnung von Aufwandkonten in Vermögenskonten und die dazugehörigen Abschreibungsvorschriften. Dies betrifft vor allem den forstlichen Wegebau mit ca.16.650,- €, der durch Förderung kofinanziert ist. Als weitere unvorhergesehenen Ausgaben kamen die Ersatzfinanzierung eines neuen Dienst LKW Nissan Pick-Up mit 17.750,-€ durch Rahmenbruch des alten Wagens, Bürogeräteausstattung durch Trennung von der allgemeinen Verwaltung mit ca. 1.500,-€, Ersatzkauf eines Rasenmähers mit 600,-€, Neuzuordnung von Ausgaben in und an der Pension Kribbelake (Gardinen und Spielplatzgeräte) mit 3.500,- € sowie der notwendige Bau eines Schleppdaches für die Holzheizungsanlage am Forsthaus Kribbelake, da die Planenabdeckung nicht dauerhaft haltbar ist mit ca.10.000,-€.

 

 

Aufwand

Holzeinschlag und Rückung

Die vorgesehenen Ausgaben wurden bereits mit 16 %  überschritten, damit das Sturmholz gleichlaufend aufgearbeitet werden konnte. Der über den ganzen Betrieb verteilte Sturmschaden war im regulären Holzeinschlag nicht regulierbar und bedurfte des Einsatzes weiterer Forstunternehmer.

Die Kostensteigerung ist vertretbar weil die Holzmengen vertraglich gebunden sind und damit ein relativ hoher Holzpreis realisiert werden kann.

Der Betreuungsaufwand für den Stadtforst war durch die oft wechselnden Unternehmer und Einsatzkräfte sehr hoch, konnte aber trotzdem weitestgehend abgesichert werden.

Bei zukünftigen Leistungsbeschreibungen in diesem Bereich wird die Werkleitung wieder verstärkt den Nachweis eigener Maschinen und Mitarbeiter einfordern, damit die qualitäts – und quantitätsgerechte Umsetzung der Aufträge erfolgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holztransport

Die Bündelung der Logistik in der eigenen Hand ist nach wie vor ein Schlüssel zum Erfolg.

Es wird die Qualitätsverschlechterung bei den Holzsortimenten vermieden oder stark reduziert. Es erfolgt ein schneller Geldumsatz zwischen Holzeinschlag und Verkauf. Die Holzpolter im Wald verursachen zwar keine Lagergebühren, stellen aber totes Kapital dar, weil schon Geld investiert wurde.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die bevorzugte Bedienung in den Werken der Holzindustrie, weil ein wesentlicher Teilschritt für die Werke nicht mehr koordiniert werden muss. Holz im Wald kann man liegen lassen – LKWs müssen aber rollen.

Im 2. Halbjahr wird die restliche Menge von 10.000 rm noch nach Beeskow gefahren, so dass der Planungsansatz voraussichtlich um ca. 10 bis 15 % überschritten wird.

 

Waldverjüngung

Der Ansatz von 20.000,-€ wurde mit ca. 35.000,- € deutlich überschritten weil die Sturmwurfflächen im Revier Beerenbusch noch in diesem Frühjahr aufgeforstet wurden.

Weiterhin wurden damit 7 ha Eichensaat und ca. 7 ha Douglasienvoranbau in Verjüngung gebracht.

 

Waldwegebau

Die Regenperiode von Januar bis März machte es notwendig, den durch die Holzabfuhr stark beschädigten Weg von dem Bahnübergang Rieselfelder über Onkel Toms Hütte bis zum Amselweg neu zu profilieren. Um die Holzabfuhr durchgängig zu gewährleisten mussten immer wieder Wegeabschnitte befestigt oder ausgebessert werden. Die Steigerung von 10.000,- € auf 21.000,- € ist im Verhältnis zum Nutzen aber durchaus vertretbar.

 

Instandhaltung Forsthäuser

Die 109.000,- € erscheinen später wieder in einem Bilanzkonto und dienen hier nur der besseren Transparenz, so dass die Angabe mit 730 % irreführend ist. Dieser finanzielle Umfang liegt im Vermögensplan noch im geplanten Bereich und beträgt zurzeit 72,7 %.

Die Arbeiten wurden auf das Forsthaus Beerenbusch konzentriert bei dem das Dach erneuert wurde, die  Außenfassade wurde wärmegedämmt und die Fassade farblich erneuert.

 

Gastförster

Da die Neueinstellung der Revierförsterin schon eher geplant  war, aber nicht umgesetzt werden konnte, war der Einsatz der Gastförster zwingend notwendig damit der Holzeinschlag abgesichert werden konnte.

Zukünftig wird dieser Bereich wegfallen oder sich nur noch auf Arbeitsspitzen beschränken.

 

Abschlussbemerkungen

Der bisherige Geschäftverlauf kann als gut eingeschätzt werden. Der Holzmarkt gibt durch den Sturm Kyrill zwar preislich etwas nach, ist aber nach wie vor aufnahmefähig, so dass die Verträge im vollen Umfang umgesetzt werden können.

Schwerpunkte im 2. Halbjahr sind

  1. die Abfuhr der restlichen Holzmengen aus dem Wald sowie der Abschluss der Sturmholzaufarbeitung im Revier Kleine Tränke
  2. die FriedWaldbetreuung
  3. die Durchführung der Gesellschaftsjagden sowie
  4. die Dacherneuerung am Nebengebäude Kribbelake.

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Weber

Werkleiter

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Anlagen:

1. Erläuterungen

2. Aufstellung der GuV

3. Darstellung der Bilanzkonten