Umbenennung des südlichen Teils des Friedrich-Naumann-Platzes

Betreff
Umbenennung des südlichen Teils des Friedrich-Naumann-Platzes
Vorlage
5/421
Aktenzeichen
4.61/Wi
Art
Beratungsdrucksache öffentlich

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Umbenennung des südlichen Teils des Friedrich-Naumann-Platzes in _____________________.

Sachverhalt:

Mit der Umsetzung des Bebauungsplanes Nr. 71 „Wohnen am Friedrich-Naumann-Platz“ entstehen in Fürstenwalde Süd zwei voneinander getrennte Straßenabschnitte mit der Bezeichnung „Friedrich-Naumann-Platz“.

Zwar hat der brandenburgische Gesetzgeber auf ein gesetzliches Verbot der Straßennamendopplung in den Gemeinden verzichtet, die Umbenennung doppelter Straßennamen ist jedoch eine Obliegenheitspflicht der Gemeinde, deren Verletzung ernsthafte Konsequenzen haben und möglicherweise auch Schadenersatzansprüche Dritter auslösen kann.

Der Straßenname erfüllt eine Ordnungs- und Erschließungsfunktion und ist besonders für die Bereiche des Rettungsdienstes und des Brand- und Katastrophenschutzes von großer Bedeutung, da jede verzögerte Hilfeleistung mit Gefahren für Eigentum und Leben verbunden ist.

Vor diesem Hintergrund soll einer der beiden Straßenzüge umbenannt werden. Eine Prüfung in der Fachgruppe Stadtplanung ergab, dass im südlichen Teil des Friedrich-Naumann-Platzes weniger Personen von einer Umbenennung betroffen sind als im nördlichen Teil. Die Umbenennung soll deshalb für den südlichen Teil erfolgen.

Die Straßen im Umfeld des Plangebietes tragen überwiegend die Namen von Schriftstellern. Daran anknüpfend, werden folgende Vorschläge für die Umbenennung des südlichen Teils des Friedrich-Naumann-Platzes unterbreitet:

 

Marie-Harrer-Straße

Marie Harrer, Schriftstellerin und Journalistin in Fürstenwalde

- geboren am 22.10.1819 in Züllichau/Neumark

- heiratete im März 1866 den Fürstenwalder Buchhändler Dr. Eduard Uttech

- gestorben am 6.11.1870 in Fürstenwalde

- schrieb für die Damenzeitung „Der Bazar“

- Romane „Der arme Tom“ 1864 und„Unterhaltung mit meinen jungen Freundinnen“ 1866

- ein Gedichtband von ihr ist im Museum vorhanden

 

Eva-Strittmatter-Straße

Eva Strittmatter, geborene Braun, Dichterin und Schriftstellerin

- geboren am 08.02.1930 in Neuruppin

- Studium der Germanistik, Romanistik und Pädagogik

- von 1951 bis 1954 Lektorin

- seit 1953 Mitglied des Redaktionsbeirates der Zeitschrift NDL (Verbandszeitschrift des DDR-Schriftstellerverbandes)

- seit 1954 freie Schriftstellerin, sie veröffentlichte eher unpolitische Werke, darunter vor allem Gedichte, aber auch Prosa für Kinder und Erwachsene

- heiratete 1956 den Schriftsteller Erwin Strittmatter und zog mit ihm nach Schulzenhof

- 1973 erster Gedichtband „Ich mach ein Lied aus Stille“, dem 11 weitere Bände folgten

- nach dem Tod ihres Mannes ab 1994 auch als Nachlassverwalterin und Herausgeberin tätig

- gestorben am 03.01.2011 in Berlin

Eine mündliche Anfrage der Stadt Fürstenwalde/Spree bei der Stasi-Unterlagenbehörde ergab keine Anhaltspunkte auf Tätigkeiten für die Staatssicherheit.

 

Maria-Merian-Straße

- Maria Sibylla Merian, Naturforscherin und Künstlerin

- geboren am 02.04.1647 in Frankfurt am Main

- Tochter des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian dem Älteren

- künstlerische Ausbildung bei ihrem Stiefvater, dem Blumenmaler Jacob Marrel

- heiratete 1665 Johann Andreas Graff, ebenfalls Schüler ihres Stiefvaters

- lebte in Frankfurt am Main, Nürnberg, Amsterdam und Westfriesland

- ab 1699 zweijährige Reise durch die holländische Kolonie Suriname

- publizierte nach ihrer Rückkehr ihr Hauptwerk „Metamorphosis Insectorum Surinamesium“, das die Künstlerin berühmt machte

- gestorben am 13.01.1717 in Amsterdam

- wegen ihrer Beobachtungen und Darstellungen zur Metamorphose der Schmetterlinge gilt sie als wichtige Wegbereiterin der modernen Insektenkunde

 

Dr. Eckhard Fehse

Erster Beigeordneter

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Anlagen:

Übersichtsplan