Betreff
Modellprojekt „Kommunale Jugendbeteiligung“ des Deutschen Kinderhilfswerks
Vorlage
6/DS/636
Art
Beratungsdrucksache öffentlich

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung stimmt der Umsetzung des Modellprojektes zu. Jede Fraktion stellt einen jugendpolitischen Sprecher ab, der in einem projektbegleitenden Gremium an der Umsetzung des Projektes und der Einhaltung des politischen Willens mitarbeitet.

Sachverhalt:

Fürstenwalde/Spree ist eine wachsende Kleinstadt in der erweiterten Peripherie der Bundeshauptstadt. Als Schulstandort befinden sich neben den Fürstenwalder Kindern und Jugendlichen auch viele junge Menschen aus den Umlandgemeinden in der Stadt. Sie besuchen die Schulen, nutzen aber auch die Freizeitangebote der Stadt, soweit ihre Mobilität dies zulässt. In der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts wurden diese Punkte sowie weitere Anregungen der Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr diskutiert und aufgenommen. Mit Hilfe der Methode stadtspielerJUGEND wurde mit Jugendlichen gemeinsam ein weiteres Instrument zur Beteiligung an der Stadtentwicklung erarbeitet.

Im Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung kann Fürstenwalde/Spree auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückgreifen. Über unterschiedlichste Beteiligungsgremien in den institutionellen Strukturen, kann die Stadt auf eine Spielplatzkommission und einen Bauspielplatz verweisen, welche bundesweit einen einzigartigen Charakter haben. Wege, Beteiligung über die Schule zu initiieren, wurden getestet. Dazu bediente sich die Jugendarbeit 2013 beispielsweise des Modellprojekts des Landes Brandenburg „Fit für Beteiligung“, welches eine Methode in Fürstenwalde/Spree einführte, die in ähnlicher Form bereits gute Resonanz in Wien erzielte. Auch im Bereich der politischen Bildung kann Fürstenwalde/Spree auf die Expertise und Erfahrung vieler Jugendarbeiter zurückgreifen. So konnte in diesem Jahr bei den U18-Wahlen gegenüber 2013 eine drei Mal höhere Wahlbeteiligung erzielt werden. Eine engere Vernetzung der einzelnen Strukturen ist angestrebt und wird über die partizipative Erarbeitung eines Stadtjugendplans realisiert.

Dennoch gibt es Punkte, an denen im Rahmen der Erarbeitung eines kommunalen Jugendplans, der Beteiligung als Grundprinzip der Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit verstehen wird, gemeinsam gearbeitet werden muss:

  • Informationen müssen jugendgerecht aufgearbeitet werden (übersetzen und erreichen in eine einfache Sprache zum Abbau von Barrieren)
  • Politik/Verwaltung verstehen?! (Sogenannte „Stadtchecker“ testen, erklären und begleiten mit jugendgerechten Methoden, Mittel und Medien)
  • Beteiligungstools entwickeln und installieren (mitmachen und einbringen)

Im Rahmen des Modellprojektes sollen Verfahren entwickelt werden, die verbindlich in ein kommunales Konzept aufgenommen sowie umgesetzt werden. Beteiligung soll als verbindliche Voraussetzung für die eigene Arbeit verstanden werden. Begleitend wird über die Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg eine Ist-Stand-Analyse erhoben. Koordiniert wird das Projekt von der Stadtjugendpflege in Kooperation mit dem Beteiligungsmanager der Stadt Fürstenwalde/Spree und dem Jugendring e.V. Eine enge Begleitung durch die Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg ist angestrebt.

Finanzielle Auswirkung:

Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt für die Gesamtprojektphase bis 2019 zwischen 20.000 und 25.000 EUR zur Verfügung. Die genaue Aufteilung der finanziellen Mittel wird vertraglich festgelegt. Die für die Umsetzung der Kinder- und Jugendbeteiligung zur Verfügung stehenden Mittel des städtischen Haushalts in Höhe von 10.000 EUR pro Haushaltsjahr werden zur Umsetzung des Projektes verwendet. Die in der Beteiligungssatzung festgelegte Zweckbindung der Durchführung einer Kinder- und Jugendkonferenz muss eingehalten werden. Für die Umsetzung kann ein freier Träger beauftragt werden.

Hans- Ulrich Hengst

Bürgermeister

______________________________________

Anlagen:

  1. Entwurf der Kooperationsvereinbarung mit dem DKHW
  2. Präsentation des Modellprojektes aus dem Fachausschuss